Sonntag, 19. Oktober 2008

Woche vom 06. – 12. Oktober

Was habe ich in der Woche noch mal gemacht? Schon schlimm, wenn man sein Tagebuch nicht ständig aufm Laufenden hält.. Habe wie öfter hier eingekauft, was man so im Alltag braucht, den Sofaabzug, der vom vorigen Freitag dreckig geworden war, aus der Reinigung geholt, und außerdem musste ich ja dann noch mal für den Donnerstag lernen, da die Klausur ja von letzter Woche auf diese verschoben wurde. Und da ich noch nicht wirklich dafür was gemacht hatte, wollt ich damit mal anfangen. Dann hab ich versucht, was wegen des Oktoberfests in Córdoba zu regeln. Inzwischen hatte sich nämlich rausgestellt, dass wir mit den Leuten hier doch nicht fahren und 4 Mädels aus einem Kurs, die vorher gesagt hatten, dass sie auf jeden Fall fahren und ich mit soll, auch nicht.. Somit musste ich dann mir was anderes überlegen und spontan haben wir uns dann mit welchen vom Intercambio hier entschlossen mit ein paar Leuten zu fahren. Dann hat einer von ihnen die Tickets besorgt, ich musste ja noch ein bisschen was für die Uni machen (auch, wenn ich mich nie aufraffen konnte dafür). Habe dann Donnerstag-Abend die Klausur geschrieben.. etwas seltsam, da wir vorher gesagt bekommen was drankommt (was aber nix an dem Umfang und dem schwierigen Inhalts des Stoff, der dran kam, geändert hat). Die Fragen waren natürlich anders, mit einer konnte ich gar nix anfangen, hab aber fröhlich drauf los geschrieben, auch wenn ich bis jetzt nicht weiß, ob der Prof verstanden hat, was ich von ihm will J. Naja, bin mit nem kleinen Koffer dann zur Uni gefahren und nach der Klausur haben wir uns mit den Leuten getroffen, da nachts um 0h der Bus nach Córdoba zum Oktoberfest ging. Ich wusste weder wo wir abfahren, noch wie lange, noch genau wohin. Naja, habe mich dann überraschen lassen, und nachdem dann nach 1,5 Stunden auch mal alle eingetroffen waren, wussten wir immer noch nix genaues. Sie wollten erst irgendwo ein Bierchen trinken, dann vorher noch zu einem in die Wohnung, letztendlich sind wir dann doch direkt zum Bahnhof gefahren. Haben dann dort alle unserer Tickets bekommen und mussten ca. ne Stunde warten, bis wir in den Bus konnten. Sollten dort mit „Semi-Betten“ ausgestattet sein, das waren letztendlich einfach nur Sitze, die man nach hintern klappen konnte – herrlich! Haben dann noch ein ganz leckeres Papp-Sandwich bekommen, wovon man total satt geworden ist.. haha! Nach einer Weile waren dann auch alle am schlafen, kein Wunder, wenn der Bus mit 20 km/h fährt und alle 10 Minuten irgendwo hält, wo keiner weiß wofür!
Naja, nach 10 Stunden Fahrt sind wir dann Freitag-Morgens in Córdoba am BHF angekommen, und dann ging’s erst richtig los! 12 Leute so was von verpeilt, das kann man sich nicht vorstellen. Und ich, von Geburt an sowieso schon die Geduld in Person, habe einen kleinen innerlichen Anfall bekommen. Wir wussten nicht bzw. konnten uns nicht einigen, ob wir nach Córdoba und noch nach Rosario (nach B.A: und Córdoba die drittgrößte Stadt hier) fahren sollten und ob wir uns überhaupt dort oder erst kurz vor der Rückfahrt ein Rückfahrticket holen sollten. Naja, habe mir dann ein Rückfahrticket geholt für Sonntagabend von Córdoba nach B.A. wieder. Denn ein Teil der Gruppe wollte noch nach Rosario und erst Dienstag wiederkommen, aber für mich und einige andere ging das nicht, da wir Dienstag wieder Uni hatten und ich davor die Woche schon nicht da war, weil`s mir nicht gut ging. Ihr könnt Euch nicht vorstellen, wie durcheinander das alles war, wie viel Zeit es in Anspruch genommen hat, bis wir dann endlich mal loskamen. Wir dachten eigentlich, dass einige ein Hostel in der Nähe vom Oktoberfest bestellt hatten. Dem war auch so, aber da war kein Platz für 12 (!) Personen. Und find mal zu der Zeit, wo Oktoberfest ist, einen Platz zum schlafen am selben Tag!
OK, das Ende vom Lied war, dass wir wohl ne Unterkunft hatten, jedoch nur 5 Betten für 12 Personen. Haben dann gedacht, besser als gar nix und haben uns dann 4 Stunden hin und her auch mal aufn Weg gemacht. Ich dachte ja, das Oktoberfest wäre in Córdoba direkt, aber nein, in Belgrano, „etwas“ entfernt von der Stadt! Wusste nicht wie lange, ja und nach 3 Stunden weiterer Busfahrt sind dann an ner Busstation in Belgrano angekommen, mitten im Oktoberfest. Von dort mussten wir dann zu unserer Übernachtungsmöglichkeit (dachten wir zumindest, dass das unsere sei), und nachdem wir 10 Minuten gelaufen waren und alle nicht mehr konnten wegen der Wärme und den Koffern (ich hatte schlauerweise nen Trolli und keine Rocksack bei.. bei den Straßen ist er auch ganz selten umgekippt), habe ich mich dann entschlossen mit noch einem ein Taxi zu nehmen. Die anderen wollte lieber gehen, sie wussten leider nicht, was sie für ein Wege erwartet, mit Bergen rauf und runter und sehr nah war´s auch nicht. Naja, wir 2 sind dann schon mal angekommen, war total schön dort mit Schwimmbecken, etc… Bis die Dame, der das gehörte, uns gesagt hat, alles ausgebucht! Hab ich (und die anderen, die nach ca. 30 Minuten auch mal angekommen waren) nicht verstanden hatten.
Naja, dort wieder 1-2 Stunden Aufenthalt (ich glaube wir hatten schon mittlerweile 16h an dem Freitag), hat uns dann die Dame gesagt, sie kennt jemanden, der noch ein Haus aufm Land hat, leider nur 4 Betten für 12 Leute, da haben wir aber nicht nein gesagt, besser, als auf der Straße zu schlafenJ. So, haben dann nach weiteren 1-2 Stunden losfahren können. Wusste erst nicht, wie wir zu diesem Haus (eher Hütte) kommen sollte, da sie am Ende der Welt lag und ganz außerhalb.. Dann hat sich der Mann und die Frau, denen, Haus das gehörte, sich netterweise bereit erklärt, uns mit ihren 2 Autos dahinzufahren. Die Leute dort waren so was von nett, ganz anderes als in B.A: und total hilfsbereit.
OK, haben uns dann mit 14 Leuten in 2 Autos gequetscht (nein, kein Großraumauto, ein alter Ford Fiesta) mit Anhänger, wo unser Gepäck untergebracht war. Sind dann nach 15 Minuten Fahrt angekommen. Die Hütte war zwar etwas bruchreif, da sie noch nicht richtig fertig war, aber richtig schön ländlich und hatte was Sympathisches. Naja, nachdem dann 12 Leute mit duschen, Bettenverteilung, etc. fertig waren, haben uns die 2 wieder abgeholt mitm Auto (haben für uns Taxi gespielt, natürlich gegen ne kleine Gebühr), und gegen 22h waren wir dann auch mal aufm „Oktoberfest“. Dort haben wir dann erfahren, dass es offiziell nur bis 23h geht, und wir haben überlegt, ob wir überhaupt noch Eintrittsbänder kaufen wollen. Haben wir dann aber gemacht.. Ich hab’s mir vorgestellt mit mehreren Bierzelten, aber war alles unter freiem Himmel und auch nur 10 Stände, eine Bühne und das war`s, also sehr enttäuschend dafür, dass es so bekannt ist. War ziemlich klein gehalten alles, aber wir hatten trotzdem Späßchen. Sind dann nachher aus diesem umzäunten Bereich auf die Straße, da war dann schon mehr los, und angequatscht wurdest du natürlich auch von jedem, vor allem, wenn sie gehört haben, wenn du aus Deutschland kommst. Und der erste Satz war immer „nein, ich war noch nicht in Deutschland aufm Oktoberfest und nein, wir hören keine Volksmusik“.. Die Vorstellung von denen hier über DL ist übrigens das, was wir Bayern nennen! Naja, waren dann nachher noch in 2 Diskotheken unter freiem Himmel, bis der erste Teil dann mitm Taxi nach Hause gefahren ist.. Das war auch noch was. Keiner wusste die „Adresse“, die Jungs meinten wir müssten noch viel weiter geradeaus, wir Mädels haben gesagt, wir müssen umkehren, bis der Taxifahrer dann ne Vollbremsung hingelegt hat und uns angeraunzt hat, wir sollten uns doch endlich mal entscheiden. Sind dann umgekehrt, und ich hatte eigentlich noch ne gute Orientierung wo wir hinmussten, aber nachdem einer der Jungs zum 2. Mal geschrieen hat wir müssten weiter, hat der Taxifahrer uns raus geschmissen, und 5 Pesos haben wir auch noch weniger gezahlt als wir sollten. Naja, war aber nicht mehr weit zum Haus, und wir hatten den Vorteil uns die Betten aussuchen zu können! Nach und nach kamen auch die anderen reingetrudelt, die letzten um 11h morgens, die bei wildfremden Leuten geschlafen haben, da sie das Haus nicht mehr gefunden hatten.
Naja, am nächsten Tag mussten wir uns erstmal um was zu essen kümmern, aber einen Supermarkt gab’s zum Glück, waren 15 Minuten Fußweg, aber bei der Hitze, die samstags da war, war es anstrengend J. Bin dann nachmittags mit nem anderen Mädel nach Córdoba in die Stadt gefahren, da ich noch was von der Stadt sehen wollte, die anderen eher nicht und sind noch nen Tag da in dem Häuschen geblieben. Haben uns dann in Belgrano, wo das Oktoberfest war, um nen Bus gekümmert, der dann ne Stunde später auch schon fuhr, und wir waren wieder 3 Stunden unterwegs nach Córdoba zum BHF. Aufm Weg haben wir schöne Landschaften gesehen und Argentinien pur erlebt. Denn mitten auf der Fahrt kam ein Polizist rein, haben wir uns erstmal nix bei gedacht, da es manchmal normal ist, wenn sie den Bus nehmen und nicht ihren Polizeiwagen. Naja, dann meinte er aber zu uns, die hinten im Bus saßen, wir sollten doch mal bitte nach vorne kommen. Keiner wusste warum, nachdem ich gefragt hatte, hab ich nur ne genuschelte Antwort bekommen. Habe dann noch mal ne Frau gefragt, sie meinte ihr Geldbeutel sei weg, woraufhin erstmal 2 Typen, die mir vorher schon nicht ganz koscher vorkamen, hinten im Bus vom Polizisten durchsucht wurden. Es wurde aber nix gefunden, da einer der beiden Typen vorher schon ganz unauffällig den Geldbeutel der Frau in nem Sitz versteckt hatte. Sie hat ihn dann wieder bekommen, natürlich fehlte das Geld. Aber glaubt mal nicht, dass der Polizist was gemacht hätte bzw. die Typen gebeten hätte, das Geld raus zu rücken (was offensichtlich war, dass sie das waren). Naja, die Typen sind dann ausgestiegen, mir fehlte nichts, und nach 3 Std. sind wir dann in Córdoba angekommen.
Haben dann glücklicherweise noch die letzten 2 Betten in nem Hostel bekommen, aber nicht in nem gemeinsamem Zimmer. Ich durfte mir das Zimmer mit 3 Typen teilen, 2 hatte ich noch nicht gesehen, der dritte lag laut schnarchend aufm Bett. Da hab ich mir schon gedacht, das kann ja nur ne angenehme Nacht werden! Sind dann erstmal was Essen gegangen, abends noch zu Freunden von dem Mädel, das mit mir da war und nachts tot ins Bett gefallen. Naja, da ging’s für mich dann erst richtig los. Der schnarchende Typ lag weiterhin in seinem Bett - und ne Kettensäge war nix dagegen! Nicht, dass der Lärm der Straße schon zu laut gewesen wäre. Naja, habe mir dann Taschentücher in die Ohren gestopft, was leider nix geholfen hat. Hab dann meinen I-Pod in meine Ohren gesteckt und auf volle Lautstärke gestellt, womit ich aber auch nicht einschlafen konnte.. Naja, um ca. 4/5 Uhr bin ich dann auch mal eingeschlafen, bis ich dann davon wach geworden bin, als ein anderer wieder rein gekommen ist.
Also nach einer traumhaften Nacht hinter mir mit ca. 2 Stunden Schlaf, hab ich dann mit der Deutschen (Elena) die Stadt erkundet. Leider hat das in keinster Weise Spaß gemacht, da es in Strömen geregnet hat, meine Füße klatschnass waren, keine Leute auf den Straßen, Läden zu, etc. .. außer ein Kaufhaus, in das wir erstmal geflüchtet sind. Die Gebäude haben mich auch nicht beeindruckt, und so haben wir dann gegen Mittag ein Restaurant gesucht und nach ner ¾ Stunden auch ein geöffnetes gefunden. Haben uns dann überlegt, was wir noch machen, da wir noch bis 22h Zeit hatten, bis Elenas Bus Richtung B.A. fuhr, und meiner um 0h. Durch die Stadt hatten wir keine Lust mehr zu laufen, also haben wir uns kurzfristig entschlossen, noch nach Alta Gracia zu fahren. Das war ein kleines Dorf, ca. 1 Stunde von Córdoba entfernt, wo wir ein Haus von Ché Guevara, was heute ein Museum ist, besichtigt haben, sowie ein Weltkulturerbe, was mir aber nicht so vorkam. Waren dann abends wieder zurück im Hostel, haben uns da noch was ausgeruht, bis wir uns dann wieder Richtung HBF aufgemacht haben. Haben dort die anderen getroffen, also einen Teil der anderen, die mit uns hingefahren ist. Einige von Ihnen haben dann den Bus um 22h genommen, und wir dann den um 0h. Nach einer ungemütlichen und fast schlaflosen 10-stündigen Fahrt gen B.A: sind wir dann montags gegen 10.30h in B.A: angekommen. Habe dann erstmal mich was ausgeruht hier, nicht mehr viel gemacht und bin dann abends wieder müde ins Bett gefallen.

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